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Leseprobe

15. Mai 1869

EHEFRAU AUS EIFERSUCHT ERMORDET

Über den im Dorfe Addenstorf von dem Hauswirth Hinrichs an seiner Ehefrau begangenen Mord und den Selbstmord des ersteren schreibt man, daß dieser grausen That eine, dem allgemeinen Urtheile nach jedoch unbegründete Eifersucht zu Grunde liegen soll. Die Leiche der Frau ist in einer in der Scheune befindlichen Vorrathskammer, diese selbst verschlossen gefunden. Die Leiche des Mannes hat in einem anderen Theile der Scheune auf Stroh gelegen. Der Schlüssel zu jener Vorrathskammer hat sich in einer Tasche des Mannes, in einer anderen Tasche ein blutiges Zuschlagmesser befunden. Ein blutiges Tischmesser hat an der linken Seite des Mannes gelegen. Die Frau hat eine bedeutende Schnittwunde am Halse gehabt, und lassen zerstreute Kleidungsstücke der Frau auf ein vorausgegangenes Hin- und Herzerren schließen. Am Manne sind beide Halsseiten, auch der linke Arm durchschnitten.

(Kreisblatt Nachrichten Uelzen v. 15. Mai 1869)

Die ermordete 45jährige wurde, wie auch ihr Ehemann, am 07. Mai 1869 in Bevensen beigesetzt. Aus dem Begräbniseintrag des Ehemannes geht hervor, dass dieser sich bereits seit längerer Zeit in einem Zustand von Geistesverwirrung befunden hat und daher als unzurechnungsfähig angesehen wurde.

 

18. Februar 1909

MESSERATTACKE AUF ZWEI SCHULMÄDCHEN

Bevensen
Vor dem Schwurgericht in Lüneburg kam gestern der am 10. Dezember v. J. in der Nähe von Barum erfolgte Ueberfall auf die beiden Töchter des Hofbesitzers Meyer aus Barum zur Verhandlung. Des Ueberfalls angeklagt war der aus der Haft vorgeführte 22jährige Schweizer Richard Hamann. Den Lüneburger Anz. entnehmen wir folgenden Verhandlungsbericht: Am 10. Dezember begegnete der Angeklagte per Rad auf der Straße von Bienenbüttel nach Uelzen die beiden Töchter des Hofbesitzers Meyer aus Barum, die von einer nach Medingen unternommenen Radtour heimkehrten. Diesen jungen Mädchen gegenüber hat der Angeklagte dann die Handlungen begangen, die der Beurteilung der Geschworenen unterliegen. Der Ueberfall des Angeklagten auf die harmlos des Weges daherradelnden Mädchen stellte sich als eine Tat dar, die jeder Beschreibung spottet. Sowohl die 15jährige Henny wie die 20jährige Amanda Meyer wurden durch Messerstiche schwer verletzt, die Henny lebensgefährlich. Glücklicherweise ist jetzt die Gefahr für die Verletzten beseitigt. Der Angeklagte, ein nur kleiner schmächtiger Mensch, ist im wesentlichen geständig. Der Direktor, sowie der Hausvater der Anstalt in welcher der Angeklagte früher untergebracht war, sagen aus, daß Hamann immer ein psychologisches Rätsel gewesen und zum mindesten geistig und moralisch minderwertig sei, wenn auch nicht in dem Maße, daß dadurch seine Verantwortlichkeit ausgeschlossen werde. Der Staatsanwalt beantragt eine Gesamtstrafe von 5 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf gleiche Dauer. Das Urteil lautet antragsgemäß. Der Angeklagte erklärt die Strafe sofort antreten zu wollen.

(Niedersächsische Volkszeitung/Uelzen-Isenhagener Zeitung v. 18. Februar 1909)

 

11. Mai 1926

LEICHENFUND BEI SCHWEMLITZ

Am 11. Mai 1926 ca. 6 ½ nachmittags ist von dem Arbeiter Wilhelm Meyer zu Schwemlitz etwa 1000 m östlich von Schwemlitz und ca. 800 m südlich der Landstraße Schwemlitz Hohenzethen auf einer mit Kiefern bewachsenen Anhöhe (sogenannter Hasenberg) eine männliche Leiche gefunden. Nach der bei der Leiche vorgefundenen Ausweispapieren handelt es sich um den Arbeiter Hermann Karl Albert Nagel. Nähere Beschreibung der Leiche: Größe ca. 1,70 m 1,71 m, hellblondes langes hinten kurz geschnittenes Haar. Die Leiche war bekleidet mit hellem weichen Filzhut mit hell-grauem Bande, Manchesteranzug, schwarze Schnürschuhe, rechts schwarzen, links grauen wollenen Strümpfen, Hemd blau mit weißen Streifen (Arbeiter-Hemd) fast neu. Bei der Leiche befanden sich ein hellgrauer, ziemlich gut erhaltener Stoffmantel, ein weißes Taschentuch (ohne Zeichen) ein Mundharmonika und ein Rasiermesser mit schwarzer Schale, gekennzeichnet H.N. An der einen Manteltasche befand sich eine grau punktierte, schlappe Schirmmütze. Diese Sachen sind sichergestellt und befinden sich beim Amtsgericht in Uelzen. Lage der Leiche ist durch die Inaugenscheinnahme des Gerichts festgestellt. Nach dem Befund der Sektion liegt ohne Zweifel Mord vor Der Leiche war an der rechten Kopfseite oberhalb des Ohres mit einem harten Gegenstande der Schädel zertrümmert, wodurch sofort eine Betäubung eingetreten ist. Außerdem war der Leiche der Hals durchgeschnitten. Die bislang angestellten Ermittlungen führten zu folgendem Ergebnis. ( ) Am Tatort ist noch ein mit Blut besudelter Bindfaden, womit der Ermordete scheinbar seinen Pappkarton verschnürt und auf dem Rücken befestigt hatte, gefunden.

(Bericht des Oberlandjägers Niestadt/ Landjägeramt Weste vom 13.Mai 1926
- Kreisarchiv Uelzen)